Skandalpapier zurückgezogen! Politische Beratungen dauern weiter an.
Staatsminister Helmut Brunner, MdL, hat nach scharfen Protesten des BJV den Abschlussbericht der Projektgruppe „Waldumbau – Klimawandel“ für nichtig erklärt. Das Arbeitspapier wurde offiziell für gegenstandslos erklärt, ihm darf keinerlei jagdpolitische Bedeutung zukommen.
Besonders wichtig: Staatsminister Brunner sagt zu, dass zukünftig einvernehmliche Lösungen bei aktuellen Problemen im Rahmen einer gemeinsamen, regelmäßig tagenden Arbeitsgruppe gesucht werden.
Wir hoffen, dass hiermit undurchsichtigen „Geheimpapieren“ wie dem benannten Abschlussbericht in Zukunft der Riegel vorgeschoben wird.
Wir begrüßen ausdrücklich, dass Staatsminister Brunner als zuständiger Ressortminister eingegriffen und das benannte Arbeitspapier „eingestampft“ hat.
Nichtsdestoweniger bleibt der Vorgang, bei der Teile der Ministerialbürokratie gegen die Vorgaben der politischen Leitung arbeiteten, ungeheuerlich. Demokratische Strukturen wurden hier mit Steuergeldern unterlaufen und das Vertrauen bei den betroffenen Bürgern in eine unabhängige Leistungsverwaltung nachhaltig beschädigt.
Gegenwärtig führen der Präsident des BJV, Herr Prof. Dr. Jürgen Vocke, und weitere Mitglieder des Präsidiums Gespräche mit allen zuständigen politischen Spitzen. Über deren Ergebnisse werden Sie weiterhin informiert.
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Resolution des Präsidiums und des Landesausschusses des BJV vom 10. März 2010
Für eine moderne Jagd
Mit äußerster Schärfe protestiert der Bayerische Jagdverband gegen forstministerielle Bestrebungen, insbesondere die im BJV organisierten Jägerinnen und Jäger aus ihrer wichtigen Aufgabe eines artengerechten Wildmanagements zu verdrängen. Anlass ist die Arbeit einer geheimen Projektgruppe im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung Landwirtschaft und Forsten, in der die bisherige Jagdstruktur (Jagdordnung) zum größten Hindernis für den Waldumbau erklärt wird.
Nicht nur, dass der Bayerische Jagdverband mit seinen rund 43.000 Mitgliedern von den Beratungen ausgeschlossen war. Für die Jäger ist es auch unerträglich, dass nach Auffassung der Projektgruppe der „gute Jäger“ für eine „gute Jagd“ erst mit einem „neuen medialen Humus“ geschaffen werden muss. Diese Aussagen stehen in krassem Widerspruch zu den jahrelangen Feststellungen der Staatsregierung und des Parlaments. Auch die Wertschätzung, die Staatsminister Helmut Brunner und die Jagdbehörden immer wieder für die Arbeit und Leistungen der Jäger im Wildmanagement und im Naturschutz öffentlich ausgedrückt haben, wird durch die Arbeit der Projektgruppe diskreditiert.
Die bayerischen Jäger praktizieren eine moderne Jagd, die den Anforderungen an Wald und gegenüber dem Wild in gesellschaftlicher Mitverantwortung gerecht wird.
Der Bayerische Jagdverband fordert den umgehenden Stopp der Umsetzung der Vorschläge der Projektgruppe, die den Steuerzahler Millionen kostet. An jeder Gestaltung der Jagdordnung muss der Bayerische Jagdverband beteiligt sein.
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Unterschriftenaktion des Bayerischen Jagdverbandes zum Erhalt der Grundsätze des Jagdrechts und der Waidgerechtigkeit
– BJV bündelt Interessen der bayerischen Jägerinnen und Jäger –
Die Föderalismusreform des Bundesgesetzgebers wollte die vom Deutschen Jagdschutz-Verband (DJV) immer wieder in Abrede gestellte Vielfalt im Jagd- und Naturschutzrecht für die einzelnen Bundesländer: Regionale Besonderheiten sollen hierdurch besser zur Geltung kommen. Der BJV unterstützt diese föderale Ausrichtung, will aber zugleich grundlegende Konstanten des Jagdrechts in Deutschland, wie etwa das Revierjagdsystem oder das Prinzip der Waidgerechtigkeit, bundeseinheitlich erhalten.
Die jagdrechtlichen Entwicklungen in Rheinland-Pfalz und im Saarland gefährden aktuell die traditionellen Grundsätze des deutschen Jagdwesens. Dies lehnt der BJV ausdrücklich ab und bekundet seine Solidarität mit der dortigen Jägerschaft. Die Stärkung der Landesjagdverbände – vom BJV über zwei Jahre eingefordert und vom DJV genausolang ausgeschlagen – ist nun dringender denn je: Denn auch andere Bundesländer sind vor ähnlichen Gesetzesänderungen nicht gefeit. Nur gut ausgestattete Landesjagdverbände können in einer solchen Situation rechtzeitig derartige Fehlentwicklungen verhindern.
Die Grundsätze der Waidgerechtigkeit prägen das Jagdrecht in Bayern. Die ethischen Eckpunkte des bayerischen Jagdwesens müssen erhalten bleiben. Der BJV fordert daher:
- Die Grundsätze der Waidgerechtigkeit als festen Bestandteil des jagdlichen Handelns zu stärken. Besonders der Muttertierschutz muss höchste Priorität behalten.
- Unserem heimischen Schalenwild, vor allem dem Rotwild, wieder Teile seines ursprünglichen Lebensraums auch außerhalb der Wälder zurückzugeben.
- Es muss ein verträgliches Miteinander zwischen Landwirtschaft, Wald und Wild geben – unser Schalenwild darf nicht zum reinen Schädling degradiert werden. Waidgerechte Jäger sind keine Schädlingsbekämpfer!
- Der BJV ist anerkannter Naturschutzverband, die waidgerechte Jagd ist aktiver Naturschutz: das muss allgemein anerkannt werden!
- Konstanz bei der Revierverpachtung – nur bei langfristigen Verpachtungen ist eine waidgerechte, nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen und ein naturnahes Wildtiermanagement möglich.
- Rebhuhn, Hase und Fasan stehen vor dem Aus – lebensraumunterstützende Maßnahmen und die Fangjagd als effiziente Möglichkeit der Prädatorenreduktion müssen verstärkt umgesetzt werden.
- Jagdliches Brauchtum, Traditionen und kulturelle Veranstaltungen, wie z.B. das Jagdhornbläserwesen, gehören zur Jagd in Bayern und müssen unterstützt sowie ständig gepflegt werden.
- „Jagd ohne Hund ist Schund“ – gut ausgebildete Jagdhunde sind für eine waidgerechte Jagd unverzichtbar. Ihre Ausbildung muss höchsten Stellenwert behalten.
Die Unterschriftenliste ist direkt bei der Landesgeschäftsstelle des Bayerischen Jagdverbandes erhältlich oder kann unter folgendem Link heruntergeladen werden:
Unterschriftenliste
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Landesjagdverband Bayern e.V., Hohenlindner Str. 12, 85622 Feldkirchen
Tel.: 089/990 234 -0 / Fax: 089/990 234 35, E-Mail: info[at]jagd-bayern.de