Unsere Jagdzeitschriften im deutschsprachigen Raum gehören zu unserem Kulturgut Jagd genauso wie Jägersprache, Brauchtum, Jagdhornblasen, Waidgerechtigkeit und natürlich das Jagdbuch. Es ist verwunderlich und höchst erstaunlich, dass sich im Zeitalter des Internet unsere Jagdzeitschriften halten und behaupten. Zumal es derer, verglichen an der recht bescheidenen Zahl von Jägern, recht zahlreiche gibt und einige sogar – immer noch! – zweimal im Monat erscheinen. Über eine Vortragsreihe unseres alten Jägerdichters Friedrich Freiherr von Gagern kam ich eher zufällig zunächst zur alterehrwürdigen A. Hugo’s Jagdzeitung (deren Redakteur er eine zeitlang war) und dann so quasi als Nebenerscheinung auf die Geschichte der Jagdzeitschriften überhaupt. Und wenn man sich dann mit den einzelnen Jagdzeitschriften beschäftigt, ihre Geschichte, den Werdegang, die Schwerpunkte, die Persönlichkeiten der Chefredakteure beleuchtet, fällt sofort auf, dass Jagdzeitschriften mehr sind als nur grüne Unterhaltungslektüre. Von der ersten freien, unabhängigen Jagdzeitschrift aus der Mitte des vorvorherigen Jahrhunderts bis heute zieht sich wie die Schnürspur des Fuchses im Winterschnee der rote Leitfaden, dass nämlich unsere grünen Waidblätter die Jagd, die Jagdkultur, das Brauchtum, die Einstellung zum Tier, die Inhalte der Hege und auch das Auftreten der Jäger geprägt, befördert und gefördert haben wie kein anderes Medium zuvor – und wohl auch kein anderes Medium in Zukunft mehr. Es ist das große Verdienst aller deutschsprachigen Jagdzeitschriften, dass dort große Persönlichkeiten, wortgewaltige Autoren, überragende Künstler, erfahrene Jäger, Visionäre und Traditionalisten gleichermaßen zu Wort und Bild kamen. Durch zahlreiche Geschichten und Erfahrungsberichte aus allen deutschen Landen und Revieren wurden diese Zeitschriften das Weiterbildungsmedium der deutschen Jägerschaft schlechthin. Mit ihren Kunstbeilagen haben sie deutsche Jagdkunst, besonders die Jagdmalerei, nicht nur in ungeahnte Höhen befördert, sondern auch die Jagdkunst an sich in jeden Jägerhaushalt gefördert. Namen wie Kuhnert, Laube, Löbenberg, Feussner, Wagner oder Hohlwein – um nur einige wenige beispielhaft zu nennen – waren jedem Jäger ein Begriff. In nicht wenigen Jägerhaushalten waren zwei, manchmal drei Jagdzeitschriften die bestimmenden und prägenden Publikationen: Was im Deutschen Jäger, in Wild und Hund, Unsere Jagd, in der Deutschen Jagdzeitschrift, in Pirsch, Anblick oder Waidwerk stand war bindend, galt als Gesetz, wurde fast als „grüne Religion“ empfunden und strikt danach gelebt!